Vereinshistorie

    • Großer Club, starke Leute, lange Tradition

      Der MSC Horlofftal wächst immer noch – und das gegen den allgemeinen Trend: Mit über 350 Mitgliedern zählt der Motorsport-Club Horlofftal e.V. im ADAC zu den großen Clubs in Hessen. Die Aktivitäten haben sich seit der Vereinsgründung im Jahre 1971 gewandelt; Nachtorientierungsfahrten, Slaloms und Sternfahrten zum Partnerclub nach Admont/Steiermark standen anfangs im Mittelpunkt, es folgten Rallyes, Kartslaloms und Oldtimerfahrten. Im Jahr 2021 möchte der Verein sein 50-jähriges Jubiläum feiern.

      Der MSC ist auch heute sehr populär. Neben der beliebten Oldtimerfahrt „Horlofftal", die stets am Pfingstsonntag in Hungen startet, wird heute Wert auf Motorsport, Jugendarbeit, Aktionen zur Verkehrssicherheit und Touristik gelegt. Viele Fahrerinnen und Fahrer sind für den MSC Horlofftal auf Rallyepisten im In- und Ausland, auf der Motorrad-Rundstrecke, bei Kartveranstaltungen sowie bei sporttouristischen Oldtimerfahrten sehr erfolgreich unterwegs. Seit 2006 gehört der gemeinnützige „Motorsport-Club Horlofftal e.V. im ADAC" dem Landessportbund Hessen (lsbh) an. Besonders beliebt war das erstmals 2009 in Hungen-Villingen durchgeführte Traktortreffen, wo Besucher alte und neue Traktoren bestaunen konnten. Nach zehn Jahren war Schluss. Der organisatorische Aufwand mit dem riesigen Personaleinsatz war für eine Veranstaltung ohne Zuschauereinnahmen zu groß.

      Der MSC Horlofftal legt großen Wert auf Nachhaltigkeit sowie auf solide Aus- und Weiterbildung. Die DOSB-lizenzierten Jugendtrainer garantieren in der Kartgruppe intensives Training, das auch Fitness und gesunde Ernährung einschließt. Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz. Mit dem Bau seines neuen, 400 qm großen Vereinsheims in exponierter Lage auf der „Hungener Landwehr“ hat sich der Verein derzeit eine feste Bleibe mit Seminar- und Schulungsräumen geschaffen. Das Gebäude wurde im Oktober 2018 im Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier feierlich eingeweiht. Zukunftsweisend zeigte sich der MSC Horlofftal schon bei der Planung: Am Vereinsheim steht eine moderne, leistungsfähige E-Tankstelle.

       

      Liste der Vorsitzenden seit der Vereinsgründung:

      1971-1985 Lothar Illmann (†)
      1985-1986 Wilfried Schad (†)
      1986-1988 Bernd Mallow (†)
      1988-1996 Lutz Albert
      1996-2004 Norbert Hartmann
      seit 2004: Manfred Möll

      Lothar Illmann

      Am 11.11.1971 gründete der Villinger Zahnarzt Lothar Illmann mit einem kleinen Kreis von Motorsportfans und Laien den heute weit über 300 Mitglieder zählenden MSC Horlofftal, ohne jedoch selbst jemals zu den Rallye- oder Slalomstars gezählt zu haben. Lothar Illmann war in den Anfangsjahren des MSC der Ideengeber, aber auch Mäzen, der vielen jungen Motorsportfans den Einstieg in den aktiven Sport ermöglichte. Orientierungsfahrten, Slaloms, Stern- und Bildersuchfahren wurden unter seiner Leitung organisiert und durchgeführt. Er selbst beschränkte sich mit dem eleganten Opel Rekord Coupé (kupfermetallic mit Vinyldach…) auf Bildersuchfahrten und die einmalige Teilnahme bei einer Nachtorientierungsfahrt (Platz 2 beim AMC Hungen 1976). In die Zeit seines Wirkens fällt auch die Durchführung von Wertungsprüfungen für die legendäre Hessen-Rallye. In Illmanns großem Haus war die gesamte Familie in die MSC-Arbeit eingebunden. Vorstandssitzungen und Planungsgespräche fanden im Haus statt. Ehefrau Luise, Tochter Amanda und Schwiegersohn Wilfried Schad und später auch Enkel Gunnar packten immer mit an, wenn Einladungen zu verschicken oder Fahrtunterlagen zusammengestellt werden mussten. Besonders am Herzen lag Illmann aber die Partnerschaft mit dem ARBÖ Admont. Schon bald nach der eigenen Vereinsgründung wurde auf Illmanns Initiative die Partnerschaft mit dem Verein in der Steiermark besiegelt, viele Besuche und Gegenbesuche gab es, viele familiäre Bindungen sind daraus entstanden. Mit seinem Familiennetzwerk und das gezielte Sponsoring von Motorsportlern hatte er natürlich im MSC Horlofftal alles unter Kontrolle. Schon Mitte der 80er Jahre gab Lothar Illmann den MSC in andere Hände. Aber er beobachtete stets aufmerksam, was sich im Club tat. Der humorvolle Ehrenvorsitzende verstarb am 27. Dezember 2005 im Alter von 71 Jahren.

      Wilfried Schad (02.11.1949-13.11.2003).

      Lothar Illmanns Schwiegersohn Wilfried Schad wurde 1985 zum Nachfolger gewählt. Schad hatte Motorsporterfahrung mit einem goldmetallic-farbenen Opel-C-Kadett-Coupé (nein, kein GT/E, sondern ein 1200er mit 52 PS…) gesammelt. Mit dem Kadett war er im Wetteraupokal der Orientierungsfahrer sehr erfolgreich. Schad blieb nur ein Jahr Vorsitzender und wurde vom (damals) jungen Sportleiter Bernd Mallow im Amt abgelöst. Vorausgegangen war offensichtlich ein massiver Streit nach der ersten MSC-Kirmes und ein vom damaligen Mitglied Rolf Moll eingebrachter Antrag zur Abwahl, dem die Mitgliederversammlung 1986 entsprach. Nachdem Illmann und Schad die Vereinsführung abgegeben hatten, stand auch das „MSC-Zimmer“ im ersten Stock des Privathauses nicht mehr zur Verfügung. Zu Vorstandssitzungen traf man sich nun in Gaststätten. Wilfried Schad verstarb am 13. November 2003 im Alter von gerade mal 54 Jahren.

      Bernd Mallow

      Der im Herbst 2020 verstorbene Bernd Mallow müsste posthum eine Medaille erhalten, schon alleine für seine Akribie: Von seiner Zeit als Vorsitzender sind Unterlagen in beispielloser Ordnung vorhanden. Nicht nur die vielen Ordner sind mit Schablonenschrift versehen, auch die Inhalte sind nach Themen unterteilt und alle fein säuberlich abgeheftet. Es gibt daher lückenlose Belege der extrem vielfältigen Aktivitäten des MSC Horlofftal aus der Zeit ab 1982 (Mallow als Sportleiter) und von 1986 bis 1988 (Vorsitzender). In dieser Zeit drehte der Club voll auf. Vielleicht war es sogar die absolute Hochphase des Clubs, denn Motorsport war damals – anders als heute – großer Trendsport. Bernd Mallow hatte sich schon als Sportleiter einen tiefergelegten Opel C-Kadett GT/E zugelegt, fuhr selber aber hin und wieder lieber als Copilot bei Rallyes mit, so auch mit Florey Gerald Christof in einem Audi Urquattro bei der ARBÖ-Rallye in Admont. Und im MSC gab es damals offensichtlich eine riesige Schar Helfer, die sich für nichts zu schade waren. Nicht zuletzt auch wegen der Gewinnung seines Arbeitskollegen Thomas Roßhirt für den MSC. Mit ihm teilte er 20 Jahre lang tagsüber bei Deckenkonstrukteur Dipling-Werke das Büro. Der MSC Horlofftal organisierte zu Mallows Zeiten nicht nur Rallyes, Slaloms und Kartveranstaltungen, auch Discoabende und sogar Seniorenfahrten standen auf dem Jahresplan. Über alle Aktionen wurde mit Rundschreiben informiert. Ohne PC und Laserdrucker, dafür mit Schablonenschrift. Wann und wie hat der Mann das nur alles gestemmt? Der MSC hatte da ein tatkräftiges Vorstandsteam. Besonderer Glücksgriff der Mitgliederversammlung war damals Michael Leidner als Schriftführer, der viel „Schreibkram“ abnahm und dem MSC noch über die Ära Mallow hinaus erhalten blieb.

      Lutz Albert

      Bei der Mitgliederversammlung am 29. Januar 1988 wurde Lutz Albert zum neuen Vorsitzenden gewählt, ohne zuvor dem Vorstand angehört zu haben. Er war mit Family aus Weinheim vor den Toren Heidelbergs nach Oberhessen gekommen und betrieb zusammen mit seiner Frau Ingrid in Laubach das Seniorenhotel Amtsgericht. Lutz Albert baute auf das große Engagement seines Vorgängers Bernd Mallow auf, rückte dabei die Veranstaltungen und die Motorsportler des MSC Horlofftal noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit. Dabei nutzte er geschickt seine Redekunst und die insgesamt kommunikative Art sowie das große Netzwerk, das er sich über sein parteipolitisches Engagement erarbeitet hatte. Es verging keine Woche ohne mindestens zwei Zeitungsartikel in allen Blättchen der Region über die Erfolge und ruhmreichen Taten des MSC. Die Resultate waren u.a. stark steigende Mitgliederzahlen und eine große Anzahl Motorsportler, die unter der Bewerbung des MSC Horlofftal bei nationalen und internationalen Rallyes antraten. Zu wichtigen Veranstaltungen erschien die Lokalprominenz.

      Im Esszimmer des Privattrakts im ersten Stock des Seniorenhotels Amtsgericht tagten fortan die Vorstandsmitglieder. In einem Jahr geschah an dem großen Esszimmertisch Historisches: Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 – da verfolgte Lutz Albert in Indien die Himalaya-Rallye live und hörte in einem Sony-Weltempfänger vom Mauerfall – hatten sich Mitglieder des MSC Horlofftal beim Verteilen von Landkarten an der Grenze zu Thüringen mit Motorsportlern des MC Eisenach angefreundet. Führungsleute des renommierten MC Eisenach lud Lutz Albert im Dezember zu einem Treffen mit Dr. Erhard Oehm, dem Vorsitzenden des ADAC Hessen, ein. Dabei wurden nicht nur die Weichen für eine Partnerschaft zwischen MSC und MC gestellt, sondern letztendlich auch für die im April 1991 beschlossene Gründung des ADAC Hessen-Thüringen. Akteure auf Seiten des MC Eisenach waren federführend Siegfried Wetterau und Winfried Heitzmann. Die Macher des MSC hießen Lutz Albert, Harald Hähner und Wolfgang Möll.

      Aus gesundheitlichen Gründen musste Lutz Albert Mitte der 1990er Jahre kürzertreten und stand schließlich für den MSC nicht mehr zur Verfügung. Im Herbst kam zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Antrag auf Abwahl, der mit Zweidrittelmehrheit entsprochen wurde. Daraufhin traten zahlreiche Mitglieder aus dem MSC aus.

      Norbert Hartmann

      Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13.09.1996 wurde der Licher Norbert Hartmann zum Vorsitzenden gewählt. Zuvor hatte er – damals noch Mitglied im AMC Hungen – zusammen mit Dieter Merta vom MSC Horlofftal die Limes-Rallye organisiert. Beide Clubs hatten für die „richtige Rallye mit langen WPs“ eine Veranstaltergemeinschaft gegründet, die auf ein Engagement von Harald Hähner zurückging („…gemeinsam sind wir stärker!“). Zuvor war die Limes-Rallye eine Orientierungsfahrt mit kurzen WPs. Als auch heute noch sichtbare Zeichen für die gemeinsame Veranstaltung dienen die farbigen Regenbogenlinien im Limes-Rallye-Signee: Die Farben blau-gelb (MSC) sind mit rot (AMC) gemischt. Nach Ärger im Nachgang der Limes-Rallye 1985 wechselte AMC-Sportleiter Norbert Hartmann zum MSC Horlofftal und wurde dort im Frühjahr 1986 Sportleiter unter dem Vorsitzenden Lutz Albert. Dieter Musch (damals Schatzmeister beim AMC Hungen) legte sein Amt nieder, trat aus dem AMC aus und in den MSC ein. Er wurde Schatzmeister und löste damit Karin Klemund ab. Susanna Moufang war damals MSC-Sportleiterin, stellte ihre Interessen aber zurück und ließ Norbert Hartmann ans sportliche Ruder. Als Norbert Hartmann schließlich Vorsitzender und damit Nachfolger von Lutz Albert wurde, tagte der Vorstand regelmäßig in Norbert Hartmanns Kuhstall (Partyraum) in Lich. Da ging man das Thema der Gemeinnützigkeit an, kümmerte sich um die weiter erstarkte Gruppe der Kartkids und die Oldtimerfahrt in Hungen.

      Manfred Möll

      Eigentlich wollte er nur pflichtgemäß die MSC-Mitgliederversammlung 2004 im „Deutschen Haus“ in Hungen besuchen, doch am Abend wurde „Fast-Gründungsmitglied“ Manfred Möll zum neuen Vorsitzenden gewählt, als Norbert Hartmann nach beruflicher Veränderung den Vorsitz abgab. Manfred Möll war bereits in den Anfangsjahren des MSC Sportleiter, hatte mit seinem Bruder Wolfgang Orientierungsfahrten organisiert und sich als Copilot an der Seite vieler Fahrer einen Namen gemacht und sich schließlich auf die Organisation der Pressebüros von Motorsport-Großveranstaltungen spezialisiert. In den langen Zeitraum von Manfred Mölls Amtszeit von 2004 bis 2021 fallen die großen Oldtimerfahrten des MSC Horlofftal, das zehn Mal durchgeführte Traktortreffen Villingen, das Pilotprojekt einer Rallye Horlofftal und natürlich der allein von ihm in 3.000 Stunden realisierte Bau des Vereinsheims incl. aller Planungsarbeiten. Doch viele weitere Ideen und Aktionen gehen auf Manfred Möll zurück, der damit stets der Zeit voraus war: Die Gewinnung und kontinuierliche Betreuung zuverlässiger Sponsoren und Spender, die Einführung einer prestigeträchtigen Mitgliedskarte mit Vorteilsprogramm, eine moderne und tagesaktuell gepflegte Homepage, die vom Landessportbund ausgezeichnete Aktion „Gesund gewinnt“ mit gesunder Ernährung im Jugendsport, die Durchführung von Busfahrten mit themenbezogenen Besichtigungen und Stadtrallyes bis hin zu Infoveranstaltungen zu Motorsport-, Technik- und Verkehrsthemen oder zur E-Mobilität.

      Durch geschicktes Management konnte der MSC in den fast zwei Jahrzehnten das Niveau seiner Vereinsarbeit massiv steigern und den MSC Horlofftal als echte „Marke“ mit einheitlichem Corporate Design präsentieren. Parallel zu Investitionen in Aktionen und Veranstaltungen wurden innerhalb von nur 15 Jahren nicht zuletzt beachtliche Rückstellungen in Höhe von rund 200.000 Euro gebildet. Das Geld wurde für den Bau des 400 qm großen und modernen Vereinsheims verwendet, weitere Zuschüsse dafür generiert. Das Vereinsheim wurde im Oktober 2018 von den Mitgliedern in Anwesenheit des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und vieler weiterer Gäste feierlich eingeweiht. Die Mitgliederzahl wuchs während Mölls Vorstandschaft von etwa 200 auf 350 und erreichte damit wieder das Niveau der starken 1980er Jahre, die als die letzten Jahre des echten Motorsports gelten. Der MSC Horlofftal ist heute einer der größten und aktivsten Vereine seiner Art in Hessen, muss sich aber – wie alle Vereine – intensiv mit den Problemen durch den demografischen Wandel, dem veränderten Freizeitverhalten und dem Gegenwind befassen, der dem Motorsport durch den sensibleren Umgang mit den Themen Lärm und Abgase entgegenschlägt.

      Aufgaben und Probleme der Vorsitzenden während ihrer Amtszeit

      Ehrenämter sind Ämter auf Zeit. Während man sich im „normalen“ Leben für eine Tätigkeit ausbildet oder ausbilden lässt (…also qualifiziert) und dann auf einen Job bewirbt und dann auch für die kontinuierliche Ausübung des Jobs auch von einem Arbeitgeber bzw. von einem Auftraggeber honorieren lässt, sieht es bei einem Ehrenamt grundsätzlich anders aus. Ohne ehrenamtliches Engagement ist das in Deutschland extrem ausgeprägte Vereinswesen nicht denkbar. Hier wird dennoch professionelle Leistung meist ohne Aufwandsentschädigung oder gar wirkliche Bezahlung geleistet. Was treibt Leute an, sich ehrenamtlich zu engagieren, und das auch noch über sehr lange Zeiträume? Persönliche Zufriedenheit, die Anerkennung von Leistungen durch Vereinsmitglieder und Außenstehende, Geltungsbedürfnisse? Hier findet wahrscheinlich jeder andere Begründungen. In der 50-jährigen Geschichte des MSC Horlofftal hat der Verein viele Charaktere an seiner Spitze gehabt. Alle hatten ihre Zeit und haben den MSC nach ihren Vorstellungen geführt und geprägt.

      Manfred Möll erinnert sich: „In meiner 17 Jahre dauernden Zeit als Vorsitzender habe ich viele Vorstandsmitglieder kommen und auch wieder gehen sehen! Schwierig war es stets, für die Wünsche und Interessen sowie den tatsächlichen Fähigkeiten der Leute eine gemeinsame Schnittmenge zu finden. Ähnlich muss es schon in den vergangenen Jahrzehnten in den Epochen anderer Vorsitzenden ausgesehen haben, wie es die Protokolle im MSC-Archiv widerspiegeln. Die Gründungsphase zu Zeiten von Lothar Illmann hatte ihre Epoche, ebenso die Zeit des großen Motorsport-Durchbruchs unter der Leitung von Bernd Mallow in den 1980er Jahren. In breite Schichten der Gesellschaft stieß der MSC dann unter Lutz Albert vor. Der MSC machte mehr als Motorsport und wuchs und wuchs. Norbert Hartmann setzte wieder stärker auf bodenständiges Engagement, bis ich 2004 den Vorsitz übernahm mit zusammen mit meinem Weggefährten Thomas Roßhirt und den damaligen Vorstandsmitgliedern die Vereinsarbeit und das Veranstaltungsangebot quasi revolutionierte. Viele wollten, andere konnten das von mir an den Tag gelegte Tempo bei der Strukturierung des MSC Horlofftal zu einem modernen, zukunftsfähigen Verein nicht mitgehen. Sie hatten Ansätze von Ideen, bei der Umsetzung hofften sie aber auch jemanden, der den Rest klärte. Viele von ihnen sonnten sich gerne in den Erfolgen des MSC, der zu einem der führenden Vereine seiner Art in ganz Hessen erwuchs, doch selbst konnten sie nur wenig zum Gelingen von Veranstaltungen beitragen und strichen über Kurz oder Lang die Segel. So war es auch bei dem Bau des Vereinsheims: Nur einzelne Mitglieder engagierten sich hier nachhaltig, eigenständig und mit der erforderlichen Präzision. Dass es da zu Reibungen mit Leuten kam, die das alles recht locker sahen und immer noch hofften, irgendjemand würde irgendwann die Arbeit für die Fertigstellung des Mega-Projekts „Vereinsheim“ für sie machen, hat mich immer wieder aufs Neue überrascht und entsetzt. Kein einiges Vorstandsmitglied, das bei der Beschlussfassung zum Bau eines Vereinsheims dabei gewesen war (…und damit den Auftrag der Mitgliederversammlung angenommen hatte), war bei der Einweihung 2018 noch im Amt!“

      Sportleiter des MSC Horlofftal mit dem Jahr ihrer Wahl in den Vorstand…

      1971      Walter Lehmann (†)
      1973      Bernhard Jäger
      1977      Manfred Möll
      1982      Bernd Mallow (†)
      1985      Herwig Schmidt (kommissarisch)
      1986      Harald Hähner (†)
      1989      Dieter Merta
      1994      Susanna Moufang
      1995      Norbert Hartmann
      1996      Eckhard Luft
      1998      Steffen Brozdzinski
      2001      Marcus Roßhirt
      2007      Volker Saliger
      2011      Björn Seitz
      2013      Andreas Paul
      2015      Alexander Papendorf
      seit 2017 Daniel Noll

      Jugendleiter

      In den Gründungsjahren gab es lediglich einen fünfköpfigen Vorstand (Vorsitzender, Stellvertreter, Kassenwart, Schriftführer, Sportleiter). Die Funktion des Jugendleiters ist erst seit 1994 in der Satzung des MSC Horlofftal ein offizieller Vorstandsposten, doch der MSC Horlofftal war auch vorher in der Jugend- und Nachwuchsförderung aktiv: 1984 wurde mit Axel Kraushaar (damals Ruppertsburg) ein engagierter junger Mann als „Beisitzer“ in den Vorstand gewählt, der als Jugendleiter fungierte und die Gründung der Jugendgruppe vorantrieb. Bei dem Engagement ließen große sportliche Erfolge nicht lange auf sich warten.

      Die Jugendleiter mit dem Jahr ihrer Wahl in den Vorstand

      1984 Axel Kraushaar (als Beisitzer)
      1988 Lombert Baumann (als Beisitzer)
      1994 Klaus-Rainer Wenzel
      1997 Sigrid Kauert
      2002 Helga Daupert
      2004 Enrico Unali
      2006 Dagmar Fischer
      2010 Marcus Roßhirt
      2014 Sjoerd van der Woude
      seit 2016 Ralf Dieter Muth

       

      Busausflüge

      In den Anfangsjahren nach der Gründung organisierte der MSC Horlofftal zahlreiche ein- und mehrtägige Busausflüge. Mehrmals ging es – mit ausreichend Licher Pils im Gepäck – zum Partnerclub ARBÖ Admont. Tagesausflüge führten mit Kind und Kegel zum „Fort Fun“ im Sauerland oder an den Rhein.

      30 Jahre später ließ man die beliebten Busausflüge wieder aufleben. Der erste Busausflug der „Neuzeit“ führte 2009 zum Partnerclub MC Eisenach, wo man der 20 Jahre zuvor an der innerdeutschen Grenze gefeierten „Weihnachtsfeier“ gedachte. 2010 wurde der Ausflug wiederholt (Erfurt, Eisenach). In den Folgejahren gingen die Ausflüge nach Speyer und zum Hockenheimring (2011), nach Würzburg (2012), nach Braunschweig und in die Autostadt Wolfsburg (2013), Köln (2014) und Trier und Koblenz (2015). Besonders beliebt dabei: Die Fußgänger-Stadtrallyes mit anschließender Siegerehrung.

    • Meilensteine

      Trendsetter: Heute, aber auch schon vor über 40 Jahren
      Der MSC Horlofftal hat seit seiner Gründung stets zukunftsweisend gedacht und langfristig agiert. Im MSC wurden Zeichen gesetzt.

      Ein paar Meilensteine der Vereinsgeschichte:

      1971 Vereinsgründung in der Gaststätte „Zum kühlen Grund“ in Hungen-Villingen

      1974 Besiegelung der Partnerschaft mit dem ARBÖ Admont

      1975 Abspaltung von Mitgliedern mit Parallel-Gründung des AMC Hungen

      1979 Wechsel vom Dachverband NAVC zum ADAC

      1983 Einführung von Sicherheitshandbüchern für Rallyes

      1985 Organisation der WP Villingen mit 180 Helfern für die legendäre „Hessen-Rallye“

      1986 Gründung einer Jugendgruppe für Kartslalom

      1989 Erste Deutsch-Deutsche Motorsportler-Weihnachtsfeier auf der A4 bei Wildeck-Obersuhl

      1990 Besiegelung der Partnerschaft mit dem MC Eisenach

      1991 Organisation der Kirmes in Villingen

      1992 1. Oldtimerfahrt anlässlich der Europawoche Hungen

      1994 Satzungsänderungen: Verkehrsleiter und Jugendleiter statt „Beisitzer“

      1996 25-jähriges Bestehen des MSC Horlofftal mit ausrichtung der Villinger Kirmes

      2005 Mitgliedschaft im Landessportbund

      2009 Wiederdurchführung der früher so beliebten MSC-Busausflüge. Diesmal nach Eisenach

      2009 1. Traktortreffen Villingen

      2010 Planungsbeginn für ein eigenes Vereinsheim

      2012 1. Rallye Horlofftal

      2013 Ehrenpreis „Sterne des Sports“ für das Konzept „Gesund Gewinnt“

      2015 Baubeginn Motorsportschulungszentrum und Vereinsheim in Hungen

  • Das Mega-Projekt: Das Vereinsheim

    2018: Tesla baut in Brandenburg seine Giga-Factory, doch der MSC war mit einem groß angelegten Projekt schneller: In Hungens Top-Adresse steht nämlich keine Tesla-Fabrik und kein McDonalds mit Drive-In, sondern das Vereinsheim des MSC Horlofftal. Zu verdanken ist das ganz vielen Leuten, vielen glücklichen Fügungen und vielen, vielen Zufällen…

    Die Finanzierung:

    Generierte Rückstellungen des MSC in Höhe von fast 200.000 Euro, Zuschüsse in gleicher Höhe und viel, viel Eigenleistung

    Aus einem Traum wurde ein Wunsch und später eine Wirklichkeit: Das Vereinsheim

    Vielleiecht hatten schon die Gründungsmitglieder 1971 und die Vorstände in den Epochen danach den Traum von einem eigenen Vereinsheim. In den 1980er Jahren sollte eine Feldscheune in Ruppertsburg erworben werden. Dort war Material eingelagert. Später lagerte Material in einem Hungener Aussiedlerhof. Nach weiteren Anschaffungen zog man in die Hungener Straße nach Villingen um. Die Suche nach einem geeigneten Objekt für ein Vereinsheim gestaltete sich äußerst schwierig. Der ehemalige Hungener Bürgermeister Klaus Peter Weber brachte dann das Grundstück „Auf der Landwehr“ ins Gespräch. Dort, gegenüber von Fatum und Lidl, hatte sich durch den Bau der Umgehungsstraße eine Landzunge gebildet. Wegen der 20 Meter Bauverbotszone zur B457 kam das Gelände für kommerzielle Bebauung kaum infrage. Bei einem Ortstermin bei Hessen-Mobil in Schotten waren die Wünsche und Möglichkeiten schnell abgesteckt: Die Stadt Hungen übernimmt das 3.409 qm große Grundstück und verkauft es dem MSC für den gemeinsam ausgehandelten Preis von 1,75 Euro pro Quadratmeter. Basta!

    Der ADAC war Feuer und Flamme, stellte 160.000 Euro Zuschuss in Aussicht, und der MSC biss an! Bei der Mitgliederversammlung am 12.01.2013 votierten die Mitglieder für den Bau eines Motorsportschulungszentrums mit Vereinsheim und beauftragten den Vorstand mit den Arbeiten. Leider hatte sich der MSC zu früh gefreut: Der ADAC entschied, das Motorsportschulungszentrum sei keine „richtige“ Sportstätte, folglich könne es aus München auch kein Geld geben. Da München nicht zahlte, kniff auch Frankfurt und strich von den ursprünglich angesetzten 80.000 Euro gleich die Hälfte. Hinzu kamen weitere Stolpersteine: Der MSC Horlofftal musste mit Eigenmitteln einen Bebauungsplan erstellen, der MSC musste zusammen mit der Stadt für ein detailliertes Bodengutachten auch eine Tiefenbohrung bis auf 30 Meter beauftragen. Dass man auch für den Strom selbst sorgen und dafür 260 Meter Erdkabel von der OVAG kaufen musste sowie die Erschließung mit Wasser und den Kanal selbst zu erledigen hatte, versteht sich (im Nachhinein) von selbst.

    Der damals neue Hungener Bürgermeister Rainer Wengorsch unterstützte den MSC und seine Macher ebenso wie schon sein Vorgänger. Nahezu alle Gremien der Stadt Hungen standen dem Vorhaben von Anfang an sehr offen gegenüber. Magistrat, Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss standen hinter dem Projekt, die Stadtverordnetenversammlung segnete das Vorhaben ab.

    Es sollten aber auch noch Dämpfer und Rückschläge folgen: Der MSC Horlofftal ließ auf eigene Kosten einen Bebauungsplan aufstellen, den es für den Zipfel bisher noch nicht gab. Bodenproben und Tiefenbohrungen mussten von der Stadt und vom MSC in Auftrag gegeben werden, da die Gegend ein früheres Grubengebiet war. Die Erschließung mit Wasser, Kanal und Strom (260 Meter Erdkabel…) kam ebenfalls sehr kostenintensiv hinzu. 2014 lag schließlich die Baugenehmigung vor, mit den Baumaßnahmen durfte aber noch nicht begonnen werden, bevor die Förderzusagen schriftlich auf dem Tisch lagen. Im Frühjahr 2015 starteten schließlich die Arbeiten.

     

    Goldene Schlüssel für die Macher - Ohne Tino Bauerfeind, Gerald Christof, Gerhard Noll, Lothar Scherer und Manfred Möll gäbe es das Vereinsheim nicht!

    Für die Detailplanungen suchte das MSC-Führungsduo Manfred Möll und Thomas Roßhirt ein Architekturbüro und ließ sich den Auftrag vom Vorstand absegnen. Vom ursprünglichen Plan des Baus eines konventionell gemauerten Hauses du Garagen mit Ziegeldach kam man ab und entschied sich für eine mit Sandwichplatten verkleidete Stahlskeletthalle im modernen Wellen-Design à la Ju 52 mit markanten, schrägen Fenstern! Der Auftrag ging an einen Licher Hallenbauer. Fundamente, Bodenplatte waren in Zusammenarbeit mit heimischen Firmen, die Clubmitglieder waren, zügig fertig. Tino Bauerfeind (T+T Baugruppe) und „Florey“ Gerald Christof waren bei der technischen Erschließung und beim Tiefbau die Hauptakteure. Doch die Aufstellung der Stahlskeletthalle verzögerte sich trotz fixer Zusagen und pünktlich erfolgter à-Conto-Zahlungen an den Hallenbauer bis zum Spätherbst 2015. Die Aufstellung der Halle erlebte MSC-Schatzmeister Thomas Roßhirt nicht mehr. Er verstarb im Sommer nach kurzer schwerer Krankheit und hinterließ eine riesige Lücke, nicht nur in der Schatzmeisterei, die er seit 2009 ausübte. Zum Glück für den gesamten Verein sprang hier Martina Walenta limitiert für zwei Jahre ein, obwohl sie eigentlich keinen Vorstandsposten übernehmen wollte. Über sie liefen nun sämtliche Geldgeschäfte. Das waren beim Vereinsheimbau viele! 2018 löste sie dann Harald Hofmann in dem Posten ab.

    Nach Verzögerungen im Stahlbau gab das Team Vollgas!

    Durch die massiven Verzögerungen beim Bau der Stahlskeletthalle konnte mit der Parzellierung und dem Ausbau des Innenbereichs erst im folgenden Frühjahr, also 2016, begonnen werden. Lothar Scherer (Fa. Gerhardt) unterstütze Manfred Möll bei der Koordinierung des Innenausbaus, nachdem Tino Bauerfeind mit seinem Team den Innenbereich ausgemauert und damit den Kernbereich doppelschalig ausgeführt hatte. Gerhard Noll plante die gesamte Elektrik, war nahezu jeden Tag auf der Baustelle und verlegte in vielen Hundert Stunden noch mehrere Hundert Meter Leitungen bis hin zu einer modernen LED-Beleuchtungsanlage. Die Arbeit des pensionierten (und passionierten) Ingenieurs zeigt sich in dem gesamten Gebäude. „Der hat sogar den Schaltschrank und alle Leitungen dahin mit dem Laser montiert!“, witzelte ein bisschen neidisch das MSC-Urgestein „Florey“ Gerald Christof, der lieber fürs Grobe zuständig ist.

    Weitere Mitglieder engagierten sich mit großem Elan, wenn sich auch hier zeigte, was schon andere Vereine bei ähnlichen Projekten erfahren mussten: Die Arbeit im Verein lastet auf Wenigen. Erschwerend kommt auch in den Vereinen das veränderte Freizeitverhalten der Mitglieder hinzu. „Das WIR driftet auseinander“! Das haben viele Vereine seit einigen Jahren feststellen müssen. Beim Bau des Vereinsheims gelang es dem MSC Horlofftal, die Mitglieder immer wieder aufs Neue zu motivieren; ein schwieriges Unterfangen bei vielen Charakteren und Mitgliedern mit verschiedener Altersstruktur und Interessen.

    Die MSC-ler verbrachten viele, viele Stunden „auf dem Bau“, wie die akribisch geführte und dem Regierungspräsidium vorzulegende Bauliste beweist. Beim Bau des Vereinsheims wurden allein 7.000 Stunden von Mitgliedern und Freunden erbracht. Ohne diese beispiellose Leistung hätte auch ein liquider und lebendiger Verein wie der MSC dieses Projekt mit einem finanziellen Volumen von fast einer halben Million Euro nicht stemmen können. Mit den seit über zehn Jahren gebildeten Rücklagen sowie Zuschüssen des Landes Hessen aus dem Programm „Sportland Hessen“, des ADAC und des Landessportbundes stand die Finanzierung auf sicheren Beinen. Zudem wurde überaus kostenbewusst gehandelt: Kooperationsverträge mit Lieferanten garantierten günstige Einkaufskonditionen, selbst Planer und Berater räumten großzügig „Vereinssonderpreise“ ein – und wurden Mitglieder in dem regen Club. So hat der MSC Horlofftal seit der Bauphase auch Bauleitplaner, Prüfstatiker und sogar Kaffeemaschinenreparierer in seinen Reihen!

    ZITAT: „Jetzt, hier und heute, kann der Vorstand seinen Mitgliedern vermelden, dass der bei der Mitgliederversammlung am 12. Januar 2013 erteilte Auftrag zum Bau eines Motorsportschulungszentrums mit Vereinsheim abgeschlossen ist.“ (Manfred Möll bei der Rede anlässlich der Einweihungsfeier am 18. Oktober 2018)

    Kurioses am Rande der Einweihungsfeier

    Stress ums Freibier am Nachmittag

    Die Einweihungsfeier war minutiös geplant. Dafür hatte sich ein Organisationsteam gebildet, das sich auf ein zweigeteiltes Konzept verständigte: Morgens um 11 Uhr ein Festakt mit dem Hessischen Ministerpräsidenten und weiteren Ehrengästen, am Abend am 19 Uhr dann eine zünftige Feier mit den Mitgliedern. Die Spielregeln waren klar: Morgens ein Gläschen Sekt, aber kein weiterer Alkohol… Das wollten einige Gäste nicht verstehen und ließen sich immer neue Runden aus dem Lager holen, bis den Damen des Orga-Teams die nicht vorhandene Hutschnur platzte und die großzügig ausgeteilten 0,33er Fläschchen von den runden Stehtischen einsammeln ließen und dezent auf den Abend hinwiesen. Da nutzen auch Ausreden „wir können heute Abend nicht dabei sein, deshalb trinken wir jetzt ein paar Fläschchen“, halfen nichts. Eine Truppe zog enttäuscht ab, versorgte sich an anderer Stelle mit Bier – und erschien am Abend „vorgeglüht“, also mit reichlich Promille, was sich an den Stolperschritten ums tolle Buffet zeigte.

    Viel Arbeit, mehr Arbeit, viel zu viel Arbeit – Der Bau des Vereinsheims war Stress im Quadrat!

    „Einmal im Leben!“ lautete der Titel eines TV-Dreiteilers von Dieter Wedel aus dem Jahr 1972, also die etwa in den Gründungsjahren des MSC lief. Da wollte sich eine Familie den Traum vom Eigenheim erfüllen und stieß schon in der Planungsphase und erst recht nach (immer kleiner werden) Baufortschritten auf größere Problem… So ging es auch dem MSC. Das kennt jeder, der heute ein Haus baut respektive gebaut hat und sich sagt: Nie wieder! Natürlich kann da jeder seine eigenen Beispiele aufzählen, was schiefgelaufen ist, wo man besser hätte aufpassen müssen und was man beim nächsten Mal ganz anders machen würde.

    Wenn ein Verein ein Haus baut, sieht die Sache noch einmal ganz anders aus. Da muss der gewählte Vorstand immer wieder Entscheidungen treffen, ohne jedoch in allen Details über Fachkunde zu verfügen. Da müssen Leute zur Mithilfe animiert und rekrutiert werden, selbst wenn es eigentlich nur um kleinere Arbeiten geht. Leistungsträger, die auch ohne spezielle Anweisungen die Arbeit sehen und auch wissen, wo es klemmt, müssen hin und wieder gebauchpinselt werden (obwohl sie es eigentlich nicht wollen…). Dass irgendjemand Kaffee oder Mettbrötchen vorbeibringt, wird gerne gesehen.

    Im MSC Horlofftal führte der Bau des Motorsportschulungszentrums mit Vereinsheim zu Mega-Stress. Auch die Vorstandsmitglieder sind nur Menschen, die wegen des Motorsports als Hobby in dem Verein Mitglieder sind. Ihre Vorstandstätigkeit üben sie rein ehrenamtlich aus und spenden sogar die ihnen eigentlich zustehenden Aufwandsentschädigungen (z.B. für Fahrten von mehreren tausend km pro Jahr im Dienste des Clubs) der Vereinskasse. Und ganz neben der beruflichen Verpflichtung und der Organisation von Veranstaltungen des MSC zeichnet der Vorstand auch noch für den Bau des Vereinsheims verantwortlich – inklusive aller Planungsdetails bis zur Inneneinrichtung. Wenn dann die Erwartungshaltung in Mitstreiter vielleicht zu hoch ist, steigt der Stresspegel und es kommt schnell zum berühmten Satz: „Macht doch euren Sch… allein!“ In der Bauphase warfen einige Vorstandsmitglieder aus nachvollziehbaren Gründen das Handtuch. Andererseits bewahrheitete sich auch eine These des Vorsitzenden Manfred Möll, der stets vor Untergangsszenarien warnte und die Mitglieder motivierte: „Wir alle wissen noch nicht, wer die Geschicke des MSC mal lenken wird, wir werden aber noch viele neue Mitglieder gewinnen, die Aufgaben übernehmen.“ Fakt ist, dass von den Vorstandsmitgliedern, die 2013 den Auftrag zum Bau des Vereinsheims annahmen, mit Ausnahme von Manfred Möll, schon 2019 niemand mehr übrig ist. Thomas Roßhirt ist 2015 verstorben, die anderen haben teilweise mehrere Nachfolger. Andere kommen nach getaner Arbeit wieder aus der Versenkung.

    Dank und Anerkennung währen in unserer Gesellschaft leider nicht lang. Doch Leistungen sollten nicht vergessen werden. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Clubjubiläum ist daher die Würdigung des Engagements der Macher bei dem Bau des Vereinsheims auf besondere Weise geplant. Die fünf Hauptakteure, die mit großem Abstand die meiste Arbeit geleistet haben, erhalten einen „goldenen Schlüssel“ fürs Vereinsheim!

    Unser MSC Horlofftal sieht sich „für die Zukunft gut aufgestellt“. Das Vereinsheim bietet den Mitgliedern eine feste Anlaufstelle für viele Aktivitäten, verfügt das Gebäude doch über Räume für äußerst interessante Nutzungsmöglichkeiten. Ein Werkstattbetrieb oder eine „Schraubergarage“ ist zwar keinesfalls vorgesehen; es ist sogar untersagt. Dafür können in der 100 qm große Seminarhalle aber Autos platziert werden, was in Bürgerhäusern oder Sporthallen aufgrund der Böden in der Regel nicht möglich ist. Ein Büro, ein kleiner Lagerraum sowie Toiletten befinden sich im Innenbereich, der Dachboden bietet viel Stauraum für Organisationsmittel und das Archiv. Der zusätzliche Clubraum eignet sich für Treffen mit Gruppen bis zu 30 Personen. In der 180 qm großen Garagenhalle werden Stellplätze für Motorsportfahrzeuge oder Oldtimer vermietet. Von der schönen Theke mit Carbon- und Riffelblech wollen wir jetzt nicht reden…

    Sieben mal sieben

    Neben den sieben Vorstandsmitgliedern, die sich mit großer Motivation teilweise sieben Tage pro Woche auf der Baustelle einbringen, engagieren sich zahlreiche Mitglieder beispielhaft für den Fortschritt der Arbeiten an dem Mega-Projekt. Ohne Eigenleistung lässt sich das 400 qm große Gebäude mit modernster Ausstattung nun einmal nicht realisieren; hier lebt der Verein! Und um dieses gelebte Engagement wird der MSC Horlofftal auch beneidet. Bei den Arbeitseinsätzen haben die Helfer viele Spaß und freuen sich stets über weitere Unterstützung von Bau-Experten, aber auch von solchen, die es erst werden wollen. Insgesamt stehen schon viele Hundert Stunden im Baubuch, in dem alle Arbeiten genau dokumentiert sind, vom der Erschließung mit Wasser und Strom, den Beton- und Mauerarbeiten bis zu den bereits erfolgten Arbeiten im Innenausbau! Gerald Christof, Tino Bauerfeind, Gerhard Noll, Lothar Scherer und die zahlreichend anderen Mitglieder, die nicht dem Vorstand angehören, sind immer wieder zur Stelle und schon jetzt zu Recht stolz auf das Projekt, das über Hungen hinaus Gesprächsstoff bietet: Der MSC Horlofftal baut ein eigenes Motorsportschulungszentrum mit Vereinsheim! „Wow“ und „Respekt“!


    „Dream-Team“ und manchmal ein „Herz und eine Seele“: Gerald Christof und Gerhard Noll

     

    Msc Bauschild
    2014 GAZ Vereinsheim
    2014 11 Gelaende 5479
    2014 11 Gelaende 5481
    2014 MSC Bohrung 3375
    2015 Baugrube 6305 MR
    2015 Bodenplatte Beton 6645 MR
    2015 Bodenplatte Stiefel 6652 MR
    2015 Bodenplatte Fertig 6663 MR
    MSC Halle Stützen Nord 7528
    20160727 191912
    20160420 155208
    2015 Clubheim Fassade 7567


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